Theun Govers

opening 14.01.2017

14.01. – 25.02.2017

_DSC8990

In seinen Arbeiten gestaltet Theun Govers (*1976 Eindhoven, NL) beunruhigende Formen und Ebenen, die sich an unbekannten aber doch greifbaren Schauplätzen zu seltsamen Dimensionen entfalten. Scheinbar zueinander gehörende Winkel gehen letztlich getrennte Wege und bilden Interieurs, deren Räume ergründet und erschlossen werden wollen. Zuweilen erinnern die Architekturen in Govers’ Werken an eine hochauflösende aber ungerenderte Videospielumgebung. Da sind scharfe Kanten und gerichtete Formationen, die beginnen und enden, doch augenscheinlich nie zu einer logischen Anordnung zusammenfinden. Formen bieten in einem verwirrenden Spiel wechselnder Perspektivpunkte ihre Innenräume dar und geben den Betrachtern manchmal das Gefühl, durch eine Art Alice-im-Wunderland-Effekt vor- und zurückgedrängt zu werden. In Govers’ Kompositionen klingen oft Gebilde ähnlich einem Penrose-Dreieck oder anderen unmöglichen Strukturen an, die keinen Bestand innerhalb des Euklidischen Raums haben können.

Govers bringt in seiner Malerei die Probleme der Dimension zum Tragen und klärt sie anschließend, indem er den Raum fortwährend »aufhebt«, während er durch Aufbau und Abtragung der Malfarbe weiterhin eine gewisse Rätselhaftigkeit des Sichtfeldes beschwört. Ganz von der Gestaltung von Oberflächentexturen eingenommen, konstruiert er in gespenstischem Zerfall begriffene Umgebungen, die bisweilen Spuren eines vorherigen Werks aufweisen und damit in zweideutiger Weise auf frühere Entwürfe schließen lassen. Sich überlagernde Lacke auf rustikalen Blendflächen, die mit ihren schlichten sauberen Oberflächenlinien kontrastieren, setzen Schlaglichter auf einer beschwichtigend sanften und doch verstörenden Farbenpalette. Morsche Grüns und welke Brauns werden geschmückt von blühenden, einander in herrlicher Pracht nahen rosaroten Farben. Oft verwendet Govers Muster und Motive der Art, wie man sie sich auf einer Tapete der späten 1960er Jahre vorstellen könnte, die in einer verlassenen Hütte dem Zerfall ausgesetzt wäre. Motive und Objekte, die in seinen Gemälden wiederholt auftauchen, lassen aneinander denken und gehen in bezaubernder Realitätsverschwommenheit einen Dialog ein. Verschiedenartige Himmel und Hintergründe erinnern an ein Folienraster, das Govers mithilfe vieler Schichten und Klebestreifen akribisch zusammenfügt. Zuweilen ist die Farbe so minuziös gesetzt, dass die Binnenflächen plötzlich den Anschein plausibler Objekte oder in der wirklichen Welt vorhandener Wandplatten annehmen. Es ist eine beunruhigende und verwirrende Umgebung, die Govers erzeugt und den Betrachtern offenbart.

_DSC9014

In his works Theun Govers (*1976 Eindhoven, NL) renders unsettling shapes and planes that convey curious dimensions in unknown yet palpable locations. Angles which seemingly fit together eventually part ways to form interiors that beg to have their spaces investigated and explored. At times the architectures of Govers’ works are reminiscent of a high-definition, yet unrendered video game environment. There are crisp edges and vectored formations that begin and end, but never quite seem to come together in a logical arrangement. Forms yield their interior spaces with a mystifying quality of changing optical vantage points and can make the viewer feel pushed back and forth with an Alice-in-Wonderland kind of effect. Govers’ compositions often echo formations akin to a Penrose triangle or another impossible geometric structure that cannot exist inside Euclidean space.

In his painting style he creates and then irons-out the problems of dimension in a continual fashion of ‘solving’ space whilst still conjuring an enigmatic quality of scope through the build-up and removal of paint. Captivated with the formation of surface textures, Govers’ constructs eerily decaying environments, sometimes showing traces of a previous work as an ambiguous recall to former conceptions. Overlapping lacquers on rustic shades opposed by their simple and clean surface lines highlight a reassuringly smooth yet alarming color palette. Spoiled greens and decayed browns are ornamented by blushing pink forms in delightful garish proximity to one another. Often he uses the kinds of patterns and motifs that one could imagine on some late 60’s wallpaper disintegrating inside an abandoned cabin. Motifs and objects reappear in his paintings, recalling and conversing with each other in a bewitching blur of reality. Variegated skies and backgrounds evoke a transparency grid which Govers’ painstakingly creates using many layers and strips of tape. At times the paint is so meticulously composed that the surfaces inside suddenly take on the appearance of convincing objects or wall panels that exist in the real world. It’s an unsettling and disconcerting environment that Govers’ generates and unfolds to the viewer.