Ulf Puder

20. September – 02. November 2013

Ulf Puder (*1958) erzeugt in seinen Arbeiten eigene Welten: Landschaften, die sich bis zum unbestimmten Horizont erstrecken; vergängliche Architekturen, die sich wie Bauklötze türmen. Halb zerstörte, halb verlassene Häuser, Brücken -und Strassenabschnitte werden in Puders Bildern neu geordnet. Es entstehen ungewöhnlich scheinende Szenerien, welche von eher klassisch romantischen Firmamenten überspannt sind.Puder entwickelt seine Bildsprache sorgsam und gewissermaßen anti-gestisch, jede Komposition entsteht in einem bedachtsamen Prozess. Komplexe Unterstrukturen und Vorzeichnungen bilden das Fundament jeder Arbeit. Schicht um Schicht kommt der nuancenreiche Farbauftrag hinzu. Während der Himmelsgrund extrem kontrolliert ausgeführt ist und die Farben hier quasi rückstandslos ineinander gemischt werden, wirkt der Farbauftrag an anderen Stellen freier. Die atmosphärisch dichte Farbpalette reicht von Braun- und Grau-Tönen bis hinüber ins Blau und wird ergänzt durch leuchtende Details. Puder, der in der Tradition der Neuen Leipziger Schule steht, setzte sich in seinen jüngeren Arbeiten verstärkt mit kunsthistorischen Referenzen auseinander. Von Caspar David Friedrichs „Eismeer“ bis hin zu Vincent van Goghs „Gelbem Haus“ hat Puder einzelne Gemälde des 19. Jahrhunderts einer Revision unterzogen. Statt diese Werke in wiedererkennbarer Form nachzuempfinden, verleibt sich Puder vielmehr deren reiche Licht- und Kompositionsvarianten ein und schafft ihre Atmosphäre in seiner eigenen Bildsprache nach. Ortlos, ohne jede Verankerung in einer geografischen Realität, wirken seine Arbeiten wie eine vage Andeutung des Chaos. In ihrer unentschlüsselbaren Stimmung zwischen Fernweh und Melancholie, Bedrohung und Idylle, Zivilisation und Naturschönheit entziehen sich die Szenen einer genauen Positionsbestimmung von Raum und Zeit.