Schirin Kretschmann – Kunstmuseum Stuttgart

11. Oktober 2014 – 10. Mai 2015

“Frischzelle”
Kunstmuseum Stuttgart
Eröffnung: 10. Oktober 2014, 19 Uhr

Frischzelle_21: Schirin Kretschmann
11. Oktober 2014 – 10. Mai 2015

Installationsansichten

Schirin Kretschmann (* 1980 in Karlsruhe) entwickelt raumbezogene, malerisch-installative Arbeiten, die das Erleben von Orten hinterfragen und einer Verwandlung unterziehen. Die Verwendung von einfachen Materialien wie Speiseeis oder Schuhcreme dient einer persönlichen Meditation auf eine intime Aneignung der alltäglichen Welt. Gleichzeitig setzt sich Kretschmann mit der Tradition des verräumlichten Bildes auseinander, die sie um Elemente der Ortsspezifik, Temporalität und Prozesshaftigkeit erweitert. Für die »Frischzelle_21« entwickelt sie einen künstlerischen Prozess mit Lederfett, der elementare Orts- und Zeitwahrnehmungen freilegt und Fragen nach dem Verhältnis zwischen Architektur, Betrachter und künstlerischer Setzung stellt.

Lets Slip into her Shoes
Schwarzes Lederfett, Laborglas

Auf die Wand eines L-förmigen Baukörpers werden Flächen mit Lederfett aufgetragen, das aus Laborgläsern entnommen wird. Fett und Pigment ziehen in den Putz der Wand ein. Nach bestimmten Zeiten wird das Fett von einigen Flächen wieder abgenommen. Die Materialspuren machen sowohl die „Einwirkzeit“ des Materials in die Wand als auch Unregelmäßigkeiten auf deren Oberfläche sichtbar.

Geologische Verwechslung
Bleistiftmarkierung, Bohrung, Bohrstaub, Plakate (Affichenpapier)

Die Museumswand wird gerastert und in jede Parzelle ein Bohrloch gesetzt. Der Bohrstaub wird jeweils durch monochrome Plakate aufgefangen und durch Bewegung des Papierbogens zu einer Linie geformt. Die Farben der Plakate sind abgenommen von Bauelementen des Museums: Boden, Wandmaterial, Wandfarbe, Treppengeländer.