Ruprecht Dreher

07. August – 04. September 2010

Machwerke

Ruprecht Dreher_Machwerke_Installation view Dogenhaus Galerie_2010

Ruprecht Dreher

*1951 Grünstadt/Pfalz
studies at Joseph Beuys’ class, Akademie der Künste Düsseldorf

Auf den ersten Blick sind es erst einmal eine Menge Linien und viel Farbe, die das Werk
Ruprecht Drehers auszeichnen. Auf den zweiten ist die Oberfläche dieser Bilder aber nicht
das, was sie zu sein scheint. Diese abstrakte Form der Malerei verweist nicht auf etwas
außerhalb, sie nimmt sich selbst zum Gegenstand und ist Ausdruck von
Experimentierfreude mit dem Abstrakten. Ruprecht Dreher macht die Malerei an sich zur
Kunst. Wie funktionieren Farben untereinander und an sich? Was kann eine Färbung alles
verändern? Für Ruprecht Dreher ist eine Farbe nicht einfach eine Farbe, sondern Objekt.
“Ohne Mondrian gäbe es mich nicht“ sagt der 1951 in der Pfalz geborene Künstler, der
sieben Jahre lang an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys in die Schule ging.
Gäbe es einen Mittelweg zwischen Piet Mondrians Ausflugspfaden in den von ihm selbst
ernannten Neoplastizismus und der Kunst Emil Schumachers, Mitbegründer der abstrakten
Kunst in Deutschland, dessen Werk hauptsächlich aus der Farbe lebte, dann dürfte
Ruprecht Dreher ihn für sich beanspruchen.
Seit 1978 lebt und arbeitet er in Berlin, wo er in Kreuzberg ein Atelier hat. Schon als Kind
war er für seine Fähigkeiten zu malen und sein Interesse an der Kunst aufgefallen. In den
70er Jahren folgten Phasen des Experimentierens mit anderen Formen der Kunst, unter
anderem mit super-8 Filmen und Fotografie, bis er schließlich auf seinen Malerweg
zurückkehrte. Seit dem führen ihn zahlreiche Ausstellungen auf nationaler und
internationaler Ebene, bis hin zu den großen Kunsthallen von New York, um die ganze
Welt.
Es gelingt Ruprecht Dreher in seinem Werk eine Lücke zwischen Objekt und Bild und
zwischen Farbe und Form zu schließen. Im Vordergrund steht dabei die Oberfläche. Sein
Werk ist nicht ohne Grund als ? die sprechenden Oberflächen“ bekannt geworden. “Eine
Oberfläche verweist immer darauf, dass dahinter ein Raum ist, den es zu entdecken gilt. Sie
gibt die maßgeblichen Informationen beim Entschlüsseln eines Bildes“, so der Künstler.
Erarbeitet werden die in jeder Hinsicht vielschichtigen Bilder hauptsächlich aus Leinwand,
Holz, Pappe, Acryllack, Wasser und viel Farbe, wobei er auch oft auf der Straße gefundene
Objekte mit einbezieht. Sehen kann man einen echten “Dreher“ in der Dogenhaus Galerie in
Leipzig und wem sich die Gelegenheit bietet, der sollte es wagen und sich auf das
Farbspektakel einlassen. Auf den ersten Blick vielleicht “bloß“ viele Linien und viel Farbe,
auf den Zweiten aber ein Ausflug, die sanften Übergänge von der Darstellung zum
Unerklärlichen auszukosten, den es zu wagen lohnt.