Rebecca Wilton

24.06. – 16.07. + 09.08. – 27.08.2016

24.06. – 16.07. + 09.08. – 27.08.2016

Rebecca Wilton beschäftigt sich in ihrer neuen fotografischen Arbeit »Work’s in Progress« mit dem Topos des Arbeiters. Die ausrangierten Arbeiterfiguren aus dem Memento-Park in Budapest, Ungarn, stehen doppelt auf der vermeintlich richtigen Seite der Geschichte: Als heroische Manifestation einer kommunistischen Ideologie sind sie obsolet, und überdies ist sind sie das heute auch ohnehin, im digitalen Zeitalter, wo es – zumindest in der westlichen Welt – viel eher um Selbstverwirklichung denn um »Arbeit« geht. In eben jener westlichen Welt, in Detroit, dem einstigen Herzen des automobilen Amerikas und mittlerweile schon Synonym für den industriellen Niedergang, finden sich im Zuge eines rasanten Wiederaufbaus an jeder Straßenecke Scharen von Arbeitern – gleichsam der Stadt wie Phoenix aus der Asche gestiegen. Bildhafte Farbfotografien stehen neben dokumentarisch anmutenden Schwarzweiß-Aufnahmen, Ausschnitte der Skulpturen verknüpfen sich zunächst formal mit den arbeitenden Körpern – und damit Zeichen einer Erinnerungskultur mit einer scheinbar verheißungsvollen Zukunft.

Rebecca Wilton explores the topos of the worker in her latest photographic series “Work’s in Progress”. The obsolete figures of workers from Memento Park in Budapest, Hungary, seem to stand on the allegedly correct side of history in a twofold way: as heroic manifestations of a communist ideology, they are now outdated. What is more – in today’s digital age – they still are, since “work” is more a matter of personal fulfilment than anything else, at least in the western world. It is exactly in this western world – namely, in Detroit (once the heart of America’s automobile industry and meanwhile a symbol for industrial decline) – where, in the wake of rapid reconstruction, masses of workers can be found at every street corner, like phoenix rising from the ashes. Vivid colour photographs find their place next to black-and-white images resembling documentary photos, and details of sculptures can be formally connected to the bodies of workers, thus pointing the way to a culture of remembrance with a seemingly promising future.

Rebecca Wilton

Rebecca Wilton (*1979 in Berlin) hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von 1999 bis 2008 Fotografie bei Timm Rautert studiert. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, zuletzt vom Hessischen Landesmuseum kuratiert in der Schader-Stiftung, Darmstadt. www.rebeccawilton.de

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