Peter Krauskopf

02. November — 21. Dezember 2012

“GRAU”

Installation views

Peter Krauskopf beschäftigt der Prozess des Übermalens. Allen seinen Bildern – den farbintensiven kleineren Tafeln und den in monochromen Farbverläufen gehaltenen Großformaten – ist gemeinsam, dass sie auf den ersten Blick abstrakt erscheinen. Doch was heißt hier abstrakt? Dass sie anfangs keinen außerweltlichen Bezug erkennen lassen und sich ausschließlich auf sich selbst beziehen? Das Gegenteil ist der Fall: Peter Krauskopfs ?Abstraktionen“ sind zwar nicht gegenständlich, aber sie sind konkret und körperlich – nicht nur deshalb, weil das Bild aus ?Material“ besteht, sondern weil es der Körper des Malers ist, der das Bild malt, und weil es auf die Leiblichkeit dessen gerichtet ist, der das Kunstwerk wahrnimmt. Die Bilder als das Gegenüber des Malers, der imaginierte Betrachter, spiegeln den Leib des Malers, der, um mit Maurice Merleau-Ponty zu sprechen, das Medium seiner Wirklichkeitsaneignung und Erfahrungsbildung ist. Peter Krauskopfs Bilder sind Konkretionen, Konkretionen eines Zeitverlaufs: Auf homogenen glatten Untergründen, die entweder aus abgeschliffenen, vielschichtigen, ehemals verworfenen Bildern oder monochromen
Untermalungen bestehen, vollzieht Krauskopf einen einzigen bildgebenden Eingriff. Er schiebt mit einer Rakel oder auch einem Pinsel einen breiten, gleichmäßigen Farbauftrag über eine bereits dagewesene Imagination. So entsteht eine Symbiose zwischen einem Bild der Vergangenheit und seiner Vollendung in der Gegenwart. Dies ist der eigentlich sinnstiftende Moment der Malerei von Peter Krauskopf. […]
“Verdichtungen der Zeit”, Uta Grundmann
aus dem Katalog “Peter Krauskopf. Landschaft mit abstraktem Gemälde”